Konjunktur und Zinsen

Sep 2 2010

Für das US-Budget kommt das Ende des IRAK-Krieges wie gerufen

Wie das Office of Macroeconomic Analysis am 10.Mai 2010 berichtete, hat sich das Defizit im Federal Budget* 2009 innerhalb von einem Jahr auf 1,4 Billionen US-Dollar und damit 10 Prozent des Bruttonationalprodukts (GDP) nach oben geschraubt (zum Vergleich Defizit 2008: 459 Mrd. USD oder 3,2 % des GDP; Fiskaljahr* endet am 30.9.). Zuvor war es in den Jahren 2004 bis 2007 noch gelungen, die Verschuldung auf 1,2 Prozent des GDP und damit 162 Milliarden US-Dollar zu reduzieren. Für das Fiskaljahr 2010, so die aktuelle Schätzung, wird das Defizit auf 10,6 Prozent des GBP und damit auf 1,4 Billionen USD anwachsen – den höchsten Prozentsatz seit 1945.

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So kommt es dem arg gebeutelten US-Haushalt gerade recht, wenn jetzt offiziell der Irak-Krieg als beendet erklärt wird und im nächsten Jahr der Abzug aus Afghanistan stattfinden soll.

Steven Kosiak, Direktor für Budget-Studien am Center for Strategic and Budgetary Assessments in Washington, hat berechnet: Die USA haben zwischen dem 11. September 2001 und dem Ende des Finanzjahres 2006 rund 400 Milliarden Dollar unter der Überschrift Terrorbekämpfung ausgegeben. Darunter fallen die Ausgaben für den Ende 2001 begonnenen Afghanistan-Krieg ebenso wie die Ausgaben für den Feldzug im Irak seit März 2003. Und im Finanzjahr 2007 kommen 70 Milliarden Dollar hinzu, die der Kongress bewilligt hat. Summa summarum werden die USA also bis Ende 2007 mindestens 670 Milliarden Dollar ausgegeben haben – mehr als für den Vietnam-Krieg (siehe www.spiegel.de). Bis zum endgültigen Abzug der Iraktruppen und einem Ende der Truppenpräsenz in Afghanistan dürfte die Billionengrenze überschritten werden. Offiziellen wirtschaftswissenschaftlichen Studien zufolge dürften die Kosten noch sehr viel höher liegen, wenn man die Rentenzahlungen an kriegsversehrte US-Soldaten mit einbezieht.

Fugger Privatbank

Die derzeitig in den Medien präsentierten Irakkosten in Höhe von 480 Milliarden US-Dollar werden demnach wohl die Untergrenze darstellen. Trotzdem werden sich Investoren die Frage stellen, was eine Ersparnis von voraussichtlich 480 Milliarden US-Dollar in den nächsten 7 Jahren der US-Wirtschaft wohl bringen würde? Oder, und das interessiert uns noch viel mehr, wird es wohl eine Friedensdividende für die Wall Street geben?

Diese Frage, darüber sind wir uns einig, ist nicht einmal posthum genau zu beantworten, geschweige denn für die Zukunft, aber wir haben Ihnen heute einmal einen Langfristchart und die Daten Kriegsende Vietnam und Irak Teil 1 präsentiert, damit Sie sich selbst ein Bild machen können.

Ende des Vietnam Krieges am 30.4.1975, der Dow Jones steigt von 577 auf 1.009 Punkte

Ende des Irakkrieges Teil 1 am 12.April 1991, der Dow Jones steigt von 2.398 auf 3.000 Punkte

 

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Fazit:

Nachdem wir einige Wochen der Medienberichterstattung hinter uns haben, in denen wirklich die schlimmsten Prophezeiungen für das US-Finanzsystem auf Sparer und Börsianer niederprasselten, ist ein Ende der Kriegsausgaben für den Irak eine gute Nachricht, auf die die Aktienmärkte rund um den Globus positiv reagieren dürften.

*US-Fiscal Year oder Budget-Jahr beginnt am 1. Oktober des Vorjahres und läuft bis 30. September des laufenden Jahres.

Quelle: Target- Trader                              Fragen zum Inhalt: info@my-broker.de